Garrigue (Garigue)
Bild: Blühende Garrigue mit wildem Lavendel
Landschaften in Südfrankreich: Garrigue (Garigue)
Garigue (auch Garrigue, Garriga) ist eine offene mediterrane Strauchheidenformation auf flachgründigen Böden. Garrigues-Landschaften sind fast überall in Südfrankreich anzutreffen aber auch in Italien, Portugal, Griechenland und Nordafrika verbreitet. Die Pflanzen in der Garrigue werden etwa bis zu zwei Meter hoch und bilden einen reichhaltigen, mitunter auch dünnen oder undurchdringlichen Pflanzenbestand. Die Bezeichnung Garrigue, Garigue oder auch Garriga stammt vom Namen des südlichen Teils des Cevennengebirges, der Garrigue ab.
Garigue entsteht durch intensive Nutzung (Beweidung, meist durch Ziegen, Schafe und Rinder), der Reduktionsprozess der Planzenwelt der Garrigue wird durch systematische Brände gefördert, welche die Pflanzen der Garigue besser überleben. Typische Pflanzen des Garrigue-Vegetationstyps sind Zwergsträucher wie Rosmarin, Thymian, Lavendel, Zwerg-Palme (Chamaerops humilis), Herbst-Seidelbast (Daphne). In der Garrige wachsen auch kleinwüchsige Wacholderarten, Strauchwermuth, Zistrosen (Cistus) und Staudenpflanzen wie Sternanemone, Meerzwiebel, Milchstern, Zwerg-Iris, kretische Hundszunge, Igel-Wolfsmilch, kleiner Aronstab, Affodill, Orchis und Ophrys.
Vor allem zum Wandern eignen sich die Garrigue-Regionen. Viele Naturliebhaber und Hobbyköche suchen ihr Ferienhaus in Südfrankreich bewusst ein wenig abseits der überfüllten Strände und radeln oder wandern durch die einmalig schöne Garrigue, bewundern die Pflanzen und pflücken sich frische Kräuter die überall zu finden sind und so herrlich duften, wenn man sie zwischen den Fingern ein wenig reibt. Ob nun Wandern oder Schlemmen und Geniessen im Südfrankreich-Urlaub im Vordergrund steht, kann jeder naturliebende Feriengast selbst entscheiden, schön ist es allemal die herrlich zartblauen Blüten des wilden Rosmarin in der Garrigue zu entdecken und typische Gerichte der Küche in Südfrankreich mit vielen Kräutern nachzukochen.
Die deutsche Wehrmacht machte während des 2. Weltkrieges ganz eigene Erfahrungen mit der Garrigue in Südfrankreich: Im undurchdringlichen Gestrüpp der Garrigue verbarg sich die französische Résistance vor der deutschen Besatzung und fügte den deutschen Besatzern schmerzhafte Verluste zu. Heute tummeln sich dort, wo die Garigue in die etwas dichter bestandene Maccie übergeht, in Südfrankreichs Landschaft wilde Vogelarten und Niederwild sowie Wildschweine. Besonders aber die Kräuter der Garrigue faszinieren die Urlauber in Südfrankreich, wenn sie auf Touren durch das südfranzösische Hinterland die herrlichen Kräuteraromen in der warmen Sommerluft riechen können. Die Kräutermischungen der berühmten Kräuter der Provence (Herbes de Provence) bestehen ausschliesslich aus den wilden Kräutern der Garrigue.
Foto: Sten Porse, wikimedia
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