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Künstlerinnen in Südfrankreich: Rosa Bonheur und Niki de Saint Phalle

Eine Kulturreise zu Künstlerinnen braucht nicht dieselben Stationen wie eine Rundreise zu den bekannten Malern Südfrankreichs. Rosa Bonheur in Bordeaux und Niki de Saint Phalle in Nizza eröffnen zwei sehr unterschiedliche Perspektiven: die Tiermalerei des 19. Jahrhunderts und ein Werk aus Malerei, Assemblagen, Aktionen und Skulpturen. Für Südfrankreich-Reisen für Frauen lassen sich daraus eigene Schwerpunkte entwickeln, ohne Interessen an ein vermeintlich typisch weibliches Reiseprogramm zu binden.

Rosa Bonheur im Musée des Beaux-Arts von Bordeaux

Rosa Bonheur wurde 1822 in Bordeaux geboren. Im Musée des Beaux-Arts steht mit „La Foulaison du blé en Camargue“ ein monumentales Gemälde im Mittelpunkt der Beschäftigung mit ihr. Es zeigt Pferde, die in der Camargue zum Austreten des Getreides eingesetzt wurden. Drei weiße Tiere ziehen das Licht auf sich; dunklere Pferde führen die Bewegung an. Das Bild verbindet die Kraft der Tiere mit einer konkreten Arbeit der bäuerlichen Welt. Es blieb beim Tod der Künstlerin 1899 unvollendet.

Interessant ist auch das im Museum bewahrte Porträt Bonheurs in ihrem Atelier von Georges Achille-Fould. Darin erscheint ein Detail des großen Camargue-Bildes. Werk und Künstlerinnenporträt bieten unterschiedliche Gesprächsanlässe: Wie wird die Arbeit der Malerin sichtbar, und wie inszeniert sie sich im Atelier? Wer einen Museumstag in Bordeaux plant, kann sich auf diese Gegenüberstellung konzentrieren, statt möglichst viele Werke abzuhaken. Sammlungsbesitz bedeutet allerdings nicht, dass jedes Werk an jedem Besuchstag zugänglich ist.

Niki de Saint Phalle und das MAMAC in Nizza

Das MAMAC besitzt eine bedeutende Sammlung von Niki de Saint Phalle. Sie reicht von frühen Malereien und Assemblagen der späten 1950er Jahre über die „Tirs“ und die bekannten „Nanas“ bis zu druckgrafischen Arbeiten. Eine große Schenkung der Künstlerin von 2001 prägt den Bestand. Die farbigen Nanas sind deshalb ein möglicher Einstieg, aber keine vollständige Zusammenfassung ihres Werks.

Bei den Schießbildern, den „Tirs“, wurden in Assemblagen verborgene Farbbeutel durch Schüsse geöffnet. Farbe lief über die Oberfläche und veränderte das Werk während der Aktion. Die Nanas setzen einen anderen Akzent: kraftvolle, farbige Frauenkörper, die sich über herkömmliche Rollenbilder hinwegsetzen. Für einen persönlichen Zugang zur Kunst in Südfrankreich lohnt sich gerade der Vergleich dieser Ausdrucksformen.

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Wichtig für die Besuchsplanung

Stand November 2026 ist das MAMAC wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Seine Sammlung ist daher kein regulär zugängliches Museumsziel. Das Haus führt Aktivitäten außerhalb des Gebäudes fort; dazu gehört ein pädagogisches Wanderausstellungsmodul mit Lithografien von Niki de Saint Phalle für Schulen. Daraus folgt kein allgemein zugänglicher Ersatzbesuch. Die Informationen des MAMAC zu seinen Ausstellungen außerhalb des Hauses helfen, ein tatsächlich passendes Angebot von einem Schulprojekt zu unterscheiden.

Bordeaux und Nizza sind hier zwei eigenständige Kulturziele, keine vorgeschlagene Tageskombination. Für die Auswahl weiterer Museen in Südfrankreich ist entscheidend, ob ein konkretes Werk, eine Sammlung oder eine zeitlich begrenzte Ausstellung das Reiseziel bestimmt. Ein einzelner gut vorbereiteter Besuch lässt mehr Raum für die eigene Betrachtung als eine lange Liste ungeprüfter Stationen.