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Graves und Pessac-Léognan: rote und weiße Bordeaux-Weine

Graves und Pessac-Léognan stehen im Bordelais für trockene Rot- und Weißweine. Beide Herkünfte sind historisch eng verbunden: Pessac-Léognan gehörte zum Gebiet der Graves, bevor die eigene Appellation 1987 anerkannt wurde. Für eine Weinprobe ergibt sich daraus eine interessante Auswahl: Zunächst lässt sich nach Weinfarbe entscheiden, anschließend nach Herkunft und Rebsortenmischung.

Kiesböden am linken Garonneufer

Die natürliche Landschaft der Graves erstreckt sich am linken Ufer der Garonne zwischen Bordeaux und dem Raum Langon. Ihren Namen verdankt sie den kiesbedeckten Böden. Die Steine nehmen tagsüber Sonnenwärme auf und geben sie an ihre Umgebung zurück. Westlich und südlich begrenzen Kiefernwälder den Landschaftsraum; die Garonne wirkt als Temperaturausgleich. Die Appellation Graves wurde am 4. März 1937 anerkannt.

Pessac-Léognan umfasst zehn Gemeinden am südlichen und südwestlichen Rand von Bordeaux. Zum Bodenspektrum gehören Kies, Geröll, Sand und kalkhaltiger Ton. Die unterschiedliche Zusammensetzung ist Teil der Herkunft; für den Geschmack einer einzelnen Flasche bleiben zugleich Rebsorten und Ausbau entscheidend.

Rotweine: Struktur und Frucht vergleichen

In den Graves verbindet die rote Assemblage unter anderem Cabernet Sauvignon und Merlot. Cabernet Sauvignon bringt Struktur, Merlot Geschmeidigkeit ein. Hinzu kommen Cabernet Franc, Petit Verdot, Malbec und Carménère. Die jungen Rotweine zeigen rubinrote bis purpurfarbene Töne und Aromen roter Früchte.

Für Pessac-Léognan nennt die INAO Merlot, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Malbec und Petit Verdot. Die Rotweine werden als kraftvoll und komplex mit floralen, an Veilchen erinnernden Noten beschrieben. Bei einer Gegenüberstellung lassen sich Duft, Körper und Struktur getrennt erfassen; passende Begriffe erläutert das Weinwissen zu Aroma und Charakter.

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Trockene Weißweine beider Herkünfte

Weiße Graves entstehen aus Sémillon, Sauvignon und Muscadelle. Typisch sind ein lebhafter Auftakt, anschließend Fülle und Rundung sowie Eindrücke von weißen Blüten, Zitrusfrüchten oder exotischen Früchten. Bei Pessac-Léognan werden Muscadelle, Sémillon, Sauvignon blanc und Sauvignon gris verwendet. Zum Aromenspektrum gehören Zitrone und exotische Früchte, verbunden mit gerösteten oder an Haselnuss erinnernden Noten.

Wer Sauvignon, Sémillon und Muscadelle weiter vergleichen möchte, findet in den Weißweinen des Entre-deux-Mers eine weitere Herkunft innerhalb des Bordelais. Für die Verkostung lohnt dieselbe Reihenfolge: Farbe betrachten, Duft beschreiben und anschließend das Mundgefühl vergleichen. Das allgemeine Weinwissen bündelt die Grundlagen. Bei einer Weinreise gehören kleine Probemengen und eine alkoholfreie Weiterfahrt zusammen.