Cambo-les-Bains: Villa Arnaga, Gärten und Kurtradition
Cambo-les-Bains, baskisch Kanbo, verbindet den Charakter eines Kurorts mit einem bedeutenden literarischen Wohnhaus: der Villa Arnaga von Edmond Rostand. Der Ort liegt im französischen Baskenland im Département Pyrénées-Atlantiques, heute Teil von Nouvelle-Aquitaine. Für einen Besuch stehen vor allem die Villa mit ihren Gärten, der Thermenpark und die Ortsmitte im Mittelpunkt.
Cambo-les-Bains Pyrénées-Atlantiques Aquitaine Süd-Frankreich
Edmond Rostand und die Villa Arnaga
Der Autor von „Cyrano de Bergerac“ kam 1900 nach Cambo-les-Bains, um sich nach einer schweren Lungenerkrankung zu erholen. Zusammen mit seiner Frau, der Dichterin Rosemonde Gérard, und den beiden Söhnen Maurice und Jean entdeckte er den Ort. Nach einer zwischenzeitlichen Rückkehr nach Paris entschied er sich 1902, dauerhaft in Cambo zu leben.
Die Villa Arnaga entstand von 1903 bis 1906 in Zusammenarbeit mit dem Architekten Joseph-Albert Tournaire. Ihre neobaskische Architektur greift Formen traditioneller Häuser auf und verbindet sie mit dem Komfort einer großbürgerlichen Villa. Große Fenster, Loggien und Balkone öffnen die Räume zur Landschaft. Elektrizität, warmes Wasser und ein Raum für Hydrotherapie gehörten zur damals besonders modernen Ausstattung.
Heute beherbergt Arnaga das Musée Edmond Rostand. Beim Rundgang begegnen sich Literatur und Innenraumgestaltung: Die Bibliothek widmet sich dem Erfolg von „Cyrano de Bergerac“, während Rosemondes Boudoir mit märchenhaften Dekorationen von Jean Veber ausgestattet ist. Im großen Empfangssaal schuf Gaston La Touche einen gemalten Fries zu Victor Hugos Gedicht „La fête chez Thérèse“. Rostands Theaterwelt wird dadurch auch jenseits seiner Bücher anschaulich.
Zwei unterschiedliche Gartenseiten
Rostand wirkte selbst intensiv an der Gestaltung der Außenanlagen mit. Östlich des Hauses liegt der regelmäßig angelegte französische Garten mit Blumenparterre, Wasserflächen und geschnittenen Gehölzen. Westlich entwickelte sich aus einer früheren Blumenwiese ein englisch geprägter Garten. Der Wechsel zwischen geordneten Achsen und landschaftlicher Gestaltung macht einen eigenen Teil des Besuchs aus.
Für Villa und Garten empfiehlt die örtliche Tourismusinformation mindestens anderthalb Stunden. Die Gärten gehören zum Eintrittsangebot und sind kein frei zugänglicher öffentlicher Park. Ein Rundgang durch die Räume und ein Aufenthalt draußen lassen sich damit als zusammenhängender Museumsbesuch planen. Arnaga trägt das französische Gartenprädikat „Jardin remarquable“.
Thermenpark und baskische Umgebung
Die Thermen liegen in einer Parkanlage mit Palmen, Blumen und exotischen Pflanzen. Dieser Garten bildet einen anderen Schwerpunkt als das literarische Erbe Arnagas: Hier prägt die Kurtradition den Ort. Wer einen Wellnessurlaub in Südfrankreich plant, kann Cambo als baskischen Kurort einordnen, während der Villenbesuch vor allem Kultur- und Garteninteressen anspricht.
Weitere Ziele im Ort sind die Kirche Saint-Laurent, die Chocolaterie Puyodebat und der Hügel Colline de la Bergerie. Für die größere Reiseplanung gehören die baskische Küste mit Biarritz und die historischen Landschaften Aquitaniens zum regionalen Zusammenhang. Ein Kulturaufenthalt in Cambo und ein eigener Küstentag setzen dabei unterschiedliche Akzente.
Bild: Alte Türstürze, rotes Fachwerk - Wahrzeichen des Baskenlands (Harieta171, wikimedia)