Menton: Altstadt, Basilika und italienisch geprägte Stadtgestalt
Menton liegt am östlichen Rand der französischen Riviera, nahe der italienischen Grenze. Über dem alten Hafen zieht sich die historische Altstadt den Hang hinauf. Ihre dichten Häuser, schmalen Durchgänge und Treppen folgen dem steilen Gelände; von höher gelegenen Gassen öffnen sich immer wieder Blicke auf Dächer und Mittelmeer. Die Altstadt erschließt sich deshalb eher zu Fuß als über eine einzelne Hauptstraße. Als Einstieg in die Stadt und ihre Lage dient der Menton-Überblick.
Saint-Michel und der barocke Platz
Das markante Bauensemble im Zentrum ist die Basilika Saint-Michel Archange mit ihrem Vorplatz, den seitlichen Rampen und der höher gelegenen Chapelle des Pénitents Blancs. Die Stadt Menton beschreibt Basilika, Platz und Rampen als zusammengehöriges barockes Ensemble. Der Bau begann 1639 unter dem genuesischen Architekten Laurent Lavagna. 1653 wurde die Kirche für den Gottesdienst übergeben, 1675 folgte die Weihe. Der 1701 errichtete Glockenturm prägt mit 53 Metern die Silhouette der Altstadt. Die Fassade wurde erst 1819 im Stil des 17. Jahrhunderts vollendet. 1999 erhielt Saint-Michel den Rang einer Basilica minor.
Auch der Boden des Vorplatzes erzählt Stadtgeschichte: Das Pflaster bildet aus verschiedenfarbigen Kieseln die Wappen der Grimaldi. Bei einer Restaurierung 2006 wurden nach Angaben der Stadt rund 250.000 Kiesel auf etwa 170 Quadratmetern neu verlegt. Die sorgfältig gesetzten Muster machen den Platz zu mehr als einem Vorraum der Kirche. Gemeinsam mit Fassade, Turm und Treppen bildet er einen städtischen Raum, dessen Wirkung aus Architektur und Hanglage entsteht. Eine weitere Station des barocken Erbes ist die benachbarte Kapelle der Pénitents Blancs.
Gassen, Gärten und Stadterlebnisse
Wer von der Basilika durch die Gassen hinuntergeht, gelangt in Richtung Hafen und Ufer. Der Höhenunterschied erklärt, warum kurze Entfernungen in der Altstadt mit Treppen verbunden sein können. Für den Besuch ist bequemes Schuhwerk hilfreich; die engen Wege und wechselnden Steigungen gehören zur historischen Stadtstruktur. Der religiöse Festkalender und der sommerliche Konzertbetrieb auf dem Vorplatz ergänzen das Bild eines weiterhin genutzten Orts.
Die Architektur lässt sich gut mit anderen Facetten Mentons verbinden. Die Gärten von Menton zeigen die botanische Seite des milden Küstenklimas. Das Zitronenfest ist ein saisonaler Gegenpol zum ruhigen Rundgang durch die Altstadt. Im größeren Zusammenhang gehört Menton zum Département Alpes-Maritimes, das sich von der Riviera bis in das alpine Hinterland erstreckt.