Rundfahrt Armagnac
Die Rundfahrt südlich von Condom verbindet die Weinlandschaft des Armagnac mit Dörfern, Schlössern und der Abtei Flaran. Sie liegt im Département Gers und lässt sich als regionale Etappe einer Rundreise durch Südfrankreich einordnen.
Weinberge und eine Destillerie in der Gascogne – KI-generierte Illustration.
Die Strecke beginnt in Condom und führt auf der D 931 nach Südwesten. Besichtigungen und Verkostungen hängen vom jeweiligen Anbieter und Termin ab. Die Strecke verbindet die Orte, ohne feste Besichtigungstermine vorzugeben.
Im Herbst färbt sich das Weinlaub im Gers. Unterwegs wechseln sich Weinberge, Hänge und kleine Ortschaften ab; neben der Kulturlandschaft stehen romanische Kirchen und historische Schlossbauten im Mittelpunkt.
Mouchan
Das Dorf besitzt eine kleine romanische Kirche, deren ältester Teil (der Unterbau des heutigen Turms) auf das 10. Jahrhundert zurückgeht.
Es gibt einige bemerkenswerte Architekturelemente: außen das Chorhaupt mit seinen drei Maueröffnungen, die von kleinen Säulen gerahmt sind, über denen ein Gesims mit skulptierten Konsolen verläuft, und das zugemauerte Nordportal mit seiner schachbrettartig gestalteten oberen Wölbung; im Inneren das alte Spitzbogengewölbe in der Vierung sowie der Rollenfries und das Knaufgesims, die teilweise die Wände umlaufen. Im Chor, der von einem Halbkuppelgewölbe überspannt wird, sind die Bögen mit ihren meist glatten Blattkapitellen sehenswert; einige tragen auch Figurenschmuck.
Auf der D 208 gelangt man zum Château de Cassaigne
Château de Cassaigne
Der Bau geht auf das 14.Jh. zurück. Er war zeitweise Landsitz der Bischöfe von Condom und wurde im Lauf der Jahrhunderte mehrfach umgestaltet. Die heutige Fassade zeigt harmonische klassizistische Linien aus dem 18. Jh.
Zur historischen Anlage gehört eine Küche aus dem 16. Jahrhundert mit einer flachen Ziegelsteinkuppel. Schlossarchitektur und Weinlandschaft bilden hier einen gemeinsamen Schwerpunkt.
Auf der D 229 in Richtung Lagardère fahren, nach 4,5 km rechts abbiegen
Château du Busca-Maniban
Das Château du Busca-Maniban wird auf einem Hügel sichtbar, der die Täler der Baïse und der Ousse überragt. Von dem zweistöckigen Hauptgebäude erstreckt sich ein ausgedehnter Ehrenhof. Die Vorhalle (mit zwei bemerkenswerten Eichenschränken aus der Schule von Morlaàs) überrascht durch ihre Größe und Erhabenheit:
Eine monumentale Treppe führt zu einer von Säulen getragenen Galerie hinauf; die Säulen sind teilweise aus Stein, teilweise aus bemaltem Holz und mit dorischen Kapitellen geschmückt. Im ersten Stock enthält der so genannte Italienische Saal eine Reihe schöner Möbelstücke. Im Erdgeschoss entdeckt man zwei alte eingerichtete Küchen und eine Kapelle aus dem 15.Jh., die mit italienischer Malerei aus dem 17.Jh. verziert ist. Von der Terrasse aus hat man bei klarer Sicht einen weiten Blick bis zu den Pyrenäen.
Nach Cassaigne zurückkehren
Die Straße führt hinunter ins Tal und eröffnet schöne Blicke auf die weinbewachsenen Hänge und die darüber liegende Burgruine von Mancencôme. In Cassaigne rechts auf die D 142 abbiegen.
Abbaye de Flaran
Die Abtei von Flaran wurde von Mönchen aus Escaladieu im Zuge der Verbreitung des Zisterzienserordens in der Gascogne gegründet. Die Ausgestaltung der Gebäude, die zur inneren Sammlung und Meditation anregen sollte, wirkt trotz ihrer kargen Schlichtheit erhaben und großartig.
Dank der Freigiebigkeit der Herrscher dieser Region kam die 1151 gegründete Abtei bald zu Reichtum und stand dann abwechselnd unter englischer und französischer Herrschaft. Wie viele andere hat auch die Abtei von Flaran stark unter den Religionskriegen und der Französischen Revolution gelitten. Der schwerste Schlag traf sie allerdings 1970, als sie fast völlig niederbrannte. Vom Département Gers aufgekauft und instand gesetzt, beherbergt sie das Kulturzentrum des Départements. Die restaurierten Gebäude veranschaulichen die wechselvolle Geschichte der Anlage.
Valence-sur-Baïse
Der Ort liegt am Zusammenfluss von Baïse und Auzoue und ist eine ehemalige Bastide, die durch den Schlichtungsvertrag (1274) zwischen dem Abt von Flaran und dem Grafen Géraud V. von Armagnac entstanden war. Der Ort liegt beiderseits einer Hauptachse und hat einen rechteckigen Grundriss. An dem überdachten Platz steht eine Kirche aus dem 14.Jh., die im 19.Jh. umgestaltet wurde.
Valence auf der D 930 nach Norden verlassen, dann rechts auf die D 232 einbiegen und schließlich über eine kleine Straße links zur Ruine des Château de Tauzia fahren.
Château de Tauzia
Die Ruine dieses Gebäudes liegt mitten in einer grasbewachsenen Ebene. Um das Jahr 1300 war der Bau eine bescheidene Festung mit zwei Ecktürmen. Die Kreuzfenster stammen aus dem 16.Jh. Über Maignaut-Tauzia wieder auf die D 142, dann links auf die D 42 nach St-Puy abbiegen.
Château Monluc
Das Schloss von St-Puy ist eine mittelalterliche Festung, die lange ein Streitobjekt der Könige von Frankreich und England war. Der illustre Schlossherr war einst Blaise de Monluc, französischer Feldmarschall und Schriftsteller.
Auf der D 654 in Richtung Condom fahren, dann rechts auf der D 232 nach St-Orens.
St-Orens-Pouy-Petit
Durch das Tor in der Befestigungsmauer gelangt man an den Rand der Anhöhe, auf der sich die Burg mit ihren Kreuzstockfenstern erhebt. Auf der D 654 Richtung Condom bis Béraut fahren.
Weiter auf der D 654 zurück nach Condom. Urlauber in Südfrankreich, die ein Ferienhaus Gers gebucht haben, sollten diese schöne Rundfahrt durch das Weinbaugebiet des Armagnac nicht versäumen.
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