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Bas-Médoc: Weinherkunft und nördliche Ästuarlandschaft

Bas-Médoc ist die traditionelle Bezeichnung für den nördlichen Teil des Médoc, in Richtung Gironde-Mündung. Weinbau und Ästuarlandschaft gehören hier zusammen. Für einen Besuch ist die Unterscheidung zwischen dem weiten Landschaftsraum und einer konkreten Weinherkunft wichtig: Auf dem Etikett steht die geschützte Appellation Médoc, nicht eine eigenständige AOC Bas-Médoc.

Bas-Médoc Wein Weinanbaugebiet (Bordeaux) Südfrankreich Eine Idylle mit Windmühle in Vensac erinnert ein wenig an die Niederlande - das Wetter allerdings ist im Schnitt sonniger und wärmer Foto: VoyageMedia für Südfrankreich-Netz.de

Der Norden und die Appellation Médoc

Der überwiegende Teil der Weine mit der Herkunft AOC Médoc stammt aus dem nördlichen Raum. Die Herkunftsregeln erlauben diese Bezeichnung zwar auch innerhalb anderer Bereiche der Weinregion, doch im Norden gibt es ein Gebiet, das ausschließlich Weine dieser AOC erzeugt. Das weiter flussaufwärts gelegene Haut-Médoc ist davon als eigene Appellation zu unterscheiden.

Außerhalb einiger alter Weinbaukerne breitete sich der Rebanbau im Norden später aus als in anderen Teilen des Médoc. Kleine Betriebe spielten dabei eine wichtige Rolle. Ihre Zusammenarbeit in Genossenschaften ermöglichte es, Mittel für die Weinbereitung gemeinsam zu nutzen. Unimédoc steht für diesen Zusammenschluss und für gemeinsame Aufgaben bei Reifung, Abfüllung und Vermarktung.

Am Gironde-Ästuar

Ein anschauliches Ziel der Uferlandschaft ist der Phare de Richard in Jau-Dignac-et-Loirac. Rund um den Leuchtturm liegen Marschflächen, Kanäle, Schilfzonen und feuchte Wiesen. Die traditionellen Fischereihütten mit ihren Netzen, die Carrelets, gehören zum Bild der Ufer. Gezeiten und Jahreszeit verändern den Eindruck dieser Landschaft.

Der erste Leuchtturm wurde 1843 gebaut. Der erhaltene Turm ist 18 Meter hoch; bis zur Laterne führen 63 Stufen. Sein Name wird mit dem früheren „Arbre de Richard“, einem Seezeichen für die Schifffahrt, verbunden. Eine Herleitung von Richard Löwenherz ist damit nicht begründet. Das kleine Museum widmet sich unter anderem der Schifffahrtskennzeichnung, Fischerei und Natur des Ästuars.

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Weinorte und Ufer als Reiseabschnitte

Die Weinstraße Bordeaux–Médoc ordnet die Weinlandschaft räumlich ein. Für einen Aufenthalt lassen sich Weinbesuch und Erkundung des Ästuarufers als unterschiedliche Programmpunkte behandeln. Eine Kellerführung oder Verkostung hängt vom konkreten Betriebsangebot ab; die Lage im Weinbaugebiet allein garantiert keinen spontanen Zugang.

Der Überblick zur Gironde ergänzt den nördlichen Médoc um die anderen Landschaften des Départements. So bleibt eine Reise durch Weinorte und Uferlandschaft von einem Urlaub an der offenen Atlantikküste unterscheidbar.