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Hendaye: Strandviertel, baskische Grenze und Schloss Abbadia

Hendaye, baskisch Hendaia, liegt an der Atlantikküste an der Grenze zu Spanien. Die Stadt gehört zum französischen Baskenland im Département Pyrénées-Atlantiques und zur heutigen Region Nouvelle-Aquitaine. Meer, Mündung der Bidassoa und die Landschaft der Corniche geben dem Ort drei unterschiedliche Gesichter. Für einen Aufenthalt lohnt die Unterscheidung zwischen dem Strandviertel und dem historischen Zentrum.

Hendaye-Plage und das historische Zentrum

Zum Küstenviertel gehören der Strandbereich, Sokoburu und der Jachthafen. Hier steht die Entwicklung des Seebads im Mittelpunkt. Im Zentrum bilden dagegen die Kirche Saint-Vincent, der Fronton Gaztelu Zahar und die Spuren der Befestigung eine andere städtische Umgebung. Ein Tag am Meer und ein Rundgang zur Stadtgeschichte lassen sich deshalb als getrennte Ausflüge gestalten.

Bei einer Unterkunft in Hendaye macht die Lage einen Unterschied: Strandviertel und historischer Ortskern setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Für eine Reise entlang der baskischen Küste können auch Saint-Jean-de-Luz und Biarritz eigene Etappen sein. Hendayes besondere Rolle bleibt dabei die unmittelbare Grenzlage.

Caneta und die Bidassoa

Unterhalb des Zentrums liegt Caneta mit seinem kleinen Hafen am Grenzfluss. Gegenüber befindet sich Hondarribia in Spanien. Reste der Vauban-Befestigung erinnern an frühere Konflikte; die auf die andere Flussseite gerichteten Kanonen machen die historische Grenzfunktion anschaulich.

Zu Caneta gehören außerdem die Villa Bakhar Etchea, in der Pierre Loti lebte und seinen Roman „Ramuntxo“ schrieb, und die architektonisch auffällige Maison Mauresque. Fluss, Hafen und Wohnhäuser erzählen hier eine andere Geschichte als die Badearchitektur am Meer. Im Fluss liegt auch die Fasaneninsel, die mit dem Pyrenäenfrieden von 1659 verbunden ist. Sie wird von Frankreich und Spanien im halbjährlichen Wechsel verwaltet und kann vom Ufer der Joncaux aus betrachtet werden; ein Inselbesuch ist nicht vorgesehen.

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Abbadia: Wohnhaus und Sternwarte

Das Schloss-Observatorium Abbadia entstand zwischen 1864 und 1884 für Antoine d’Abbadie nach Entwürfen von Eugène Viollet-le-Duc. Die neugotische Architektur verbindet ein Wohnhaus mit wissenschaftlichen Räumen. Zum Inneren gehören Bibliothek, Kapelle, Salons und die Sternwarte mit ihrem Meridianfernrohr.

Die Räume verdeutlichen die Verbindung von Reisen, persönlicher Lebenswelt und Wissenschaft im 19. Jahrhundert. Für den Schlossbesuch ist eine Reservierung erforderlich, weil die tägliche Besucherzahl begrenzt ist. Das Schloss und die umgebende Küstenlandschaft bieten unterschiedliche Erlebnisse: innen die erhaltene Ausstattung, draußen den räumlichen Zusammenhang von Atlantik und baskischem Küstenland.

Die Corniche verstehen und Stadtgeschichte entdecken

Die Maison de la Corniche befindet sich im ehemaligen baskischen Bauernhof Asporotsttipi. Als Interpretationszentrum erklärt sie Geologie, Pflanzen- und Tierwelt sowie die menschliche Nutzung der Corniche. Eine Ausstellung ergänzt so den Landschaftseindruck um die Frage, wie diese Küste entstanden ist und genutzt wird.

Im Stadtzentrum behandelt die Cité des Mémoires in neun Räumen unter anderem Schmuggel, Zoll, neobaskische Architektur und die Konflikte des 20. Jahrhunderts. Sie ergänzt Caneta und Abbadia um eine breitere Geschichte der Grenzstadt.

(Bild: wikimedia, Harrieta171-Hendaya)