Naturpark Vercors: Hochplateaus, Dörfer und Wanderplanung
Im Vercors treffen bewaldete Berglandschaften, landwirtschaftlich genutzte Räume und die abgelegenen Hauts-Plateaux aufeinander. Der regionale Naturpark liegt in den Départements Drôme und Isère in Auvergne-Rhône-Alpes. Für eine Reise ist die Unterscheidung zwischen dem gesamten Regionalpark und dem Naturreservat der Hochplateaus entscheidend: Ein Aufenthalt im bewohnten Vercors stellt andere Anforderungen als eine mehrtägige Durchquerung seines abgelegenen Gebirgskerns.
Regionaler Naturpark Vercors: Unberührt stolz und frei sind die Gämsen im Naturschutzgebiet Vercors
Foto: VoyageMedia / Südfrankreich-Netz.de
Regionalpark und Naturreservat unterscheiden
Der 1970 gegründete Parc naturel régional du Vercors verbindet den Erhalt natürlicher Lebensräume mit Landwirtschaft, Handwerk und Tourismus. Seine Charta für 2025–2040 beschreibt die gemeinsame Entwicklung des Gebiets. Der Begriff Regionalpark bezeichnet deshalb nicht ausschließlich unbewohnte Wildnis. Zur räumlichen Einordnung gehört die frühere Region Rhône-Alpes; heutige Verwaltung und historische Reisebezeichnungen sind dabei auseinanderzuhalten.
Die Réserve naturelle des Hauts-Plateaux liegt innerhalb des Parks. Auf der offiziellen Wanderbeschreibung wird dieser Bereich als Landschaft ohne durchquerende Straßen und ohne Dörfer beschrieben. Es gibt wenig Markierungen und unbewirtschaftete Schutzhütten statt eines Netzes bewirtschafteter Berghütten. Aussagen über diese besonderen Verhältnisse gelten nicht automatisch für sämtliche Orte und Wege des Regionalparks. Die Schutzgebietsbetreuung umfasst wissenschaftliche Arbeit, Besucherinformation und Maßnahmen zum Erhalt von Lebensräumen und baulichem Erbe. Auch die Arbeit der Weidetierhalter gehört zu diesem Alltag. Die vermeintlich menschenleere Landschaft ist deshalb zugleich ein betreuter und genutzter Naturraum. Andere Gebietsformen lassen sich anhand der Naturparks Südfrankreichs einordnen.
Eine Durchquerung als anspruchsvolles Beispiel
Die Parkverwaltung beschreibt eine Durchquerung der Hauts-Plateaux über den GR 91 von Corrençon-en-Vercors nach Châtillon-en-Diois. Die Tour ist als schwierig eingestuft und mit drei Tagen angesetzt. Sie eignet sich als Beispiel für den Charakter dieser Hochflächen, nicht als pauschale Empfehlung für einen ersten Spaziergang. Wer einen kurzen Aufenthalt plant, sollte eine ausdrücklich dafür beschriebene Tagestour wählen statt eine Etappe einer großen Durchquerung nach Kartenbild abzukürzen.
Auf den Hauts-Plateaux sind Weidewirtschaft und Wanderbetrieb miteinander verflochten. Herden werden mit Abstand umgangen; Hirtenhütten und eingezäunte Herdenbereiche bleiben den dort Arbeitenden vorbehalten. An Zäunen dienen die vorgesehenen Übergänge dem Weiterkommen. Tore werden wieder geschlossen. Wildtiere lassen sich mit Abstand beobachten, besonders im Winter, wenn ihre Energiereserven knapp sind.
Wasser und Orientierung bestimmen die Planung
Eine wichtige Schwierigkeit der sommerlichen Durchquerung ist das Wasser: Quellen können versiegen. Für die Tour ist eine ausreichende eigene Wasserversorgung notwendig. Bei schlechtem Wetter wird die Orientierung auf den Hochflächen erheblich schwieriger. Auch Mobilfunk ist dort kaum oder nur eingeschränkt verfügbar. Karten, geeignete Ausrüstung und die Fähigkeit zur selbstständigen Orientierung gehören deshalb zusammen; ein Telefon allein ersetzt diese Vorbereitung nicht.
Das offizielle Portal Vercors Rando bündelt Tourenbeschreibungen, Hinweise zu Schutzgebieten und die Rubrik Info Source. Bei fehlender Erfahrung mit selbstständigen Gebirgstouren ist eine professionelle Begleitung die passendere Form der Erkundung. Für eine Reise über mehrere Landschaftsräume lassen sich Unterkünfte in Valence mit einem Aufenthalt im Vercors vergleichen: Stadtlage im Rhônetal und Übernachtung im Gebirge erfüllen unterschiedliche Reisepläne. Für einen anschließenden südlicheren Reiseabschnitt bietet sich die Provence als eigenes Reisegebiet an.