Grands Lacs landais: Seen hinter den Atlantikdünen
Im Südwesten Frankreichs liegen hinter dem Dünengürtel der Atlantikküste die Großen Seen, die Grands Lacs landais. Sie gehören zum Landschaftsraum der Landes de Gascogne und reichen über das Département Landes hinaus in die Gironde. Einen regionalen Zusammenhang bietet Aquitanien; die historische Regionsbezeichnung ist von der heutigen Verwaltungsregion Nouvelle-Aquitaine zu unterscheiden.
Segelboote liegen am bewaldeten Ufer des Lac de Lacanau im Abendlicht.
Foto: Rainer Lenk
Die Grands Lacs landais sind Süßwasserseen. Zu ihrem Landschaftsraum zählen unter anderem das Médoc sowie Pays de Buch und Pays de Born. Für die Auswahl eines Ausflugs ist die Lage am jeweiligen See wichtig: Die langgestreckten Binnengewässer liegen nahe der Küste, besitzen aber eigene Uferorte und Feuchtgebiete.
Die Seen entstanden hinter Küstendünen, die den Abfluss von Wasser aus dem Hinterland zum Atlantik behinderten. Sie bilden deshalb einen anderen Gewässertyp als die offene Meeresküste.
Zu den großen Binnengewässern dieses Küstenraums gehören:
Lac (Étang) d'Hourtin-Carcans (See von Hourtin-Carcans)
Lac (Étang) de Lacanau (See von Lacanau, siehe Bild)
Lac (Étang) de Cazaux et Sanguinet (See von Cazaux und Sanguinet)
Lac (Étang) de Parentis (See von Parentis)
Lac (Étang) d'Aureilhan (See von Aureilhan)
Das Bassin d’Arcachon unterscheidet sich von den Süßwasserseen: Die Lagune ist mit dem Atlantik verbunden und durch die Gezeiten geprägt. Süßwasser gelangt unter anderem über die Leyre hinein. Der Wechsel zwischen Meerwasser und Süßwasserzufluss macht sie nicht zu einem weiteren Binnensee der Liste.
Der Lac d’Hourtin et de Carcans erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung parallel zur Atlantikküste. Zusammen mit dem Lac de Lacanau steht er für den nördlichen Teil der Seenlandschaft. Weiter südlich folgen die Seen bei Cazaux, Sanguinet, Biscarrosse und Parentis sowie der Étang d’Aureilhan.
Für einen Vergleich mit anderen Wasserlandschaften bieten die Flüsse, Kanäle und Seen Südfrankreichs weitere Orientierung. Seeufer, Feuchtgebiete und Atlantikstrand sind unterschiedliche Ausflugsziele; aus der Nähe zur Küste folgt keine einheitliche Bade- oder Wassersporteignung.
Der Étang de Biscarrosse et de Parentis bildet mit seinen Uferorten und Feuchtgebieten einen eigenen Teilraum innerhalb der Grands Lacs landais.
Der Étang de Léon mit dem Courant d’Huchet zeigt den Weg vom See durch ein geschütztes Naturgebiet bis zur Atlantikküste.
Der Étang d’Aureilhan bei Mimizan und Aureilhan ergänzt den Seenverbund um einen eigenen Ufer- und Feuchtgebietsraum.