Canal du Midi

Canal du Midi Südfrankreich Bild: Canal du Midi hinter Beziers

Canal du Midi

Der Canal du Midi in Südfrankreich erstreckt sich auf etwa 240 Kilometern von der südfranzösischen Stadt Sete (Bassin de Thau) am Mittelmeer bis nach Toulouse im Departement Midi-Pyrenees. Hausboot-Urlaub in Südfrankreich bedeutet fast immer auch eine Fahrt mit dem Hausboot auf dem berühmtesten Kanal Europas in Südfrankreich, gleich nach dem Canala Grande in Venedig.

Schon bei seiner Planung und Ausführung war der Canal du Midi ein Meisterwerk. Heute ist der von Pierre Paul Riquet erbaute und 1681 in Betrieb genommene Canal du Midi Weltkulturerbe der UNESCO. Der Planer und Erbauer des Canal du Midi, Pierre-Paul Riquet, wurde 1674 noch vor der Vollendung des Kanals von Ludwig dem XIV, Frankreichs Sonnenkönig, geadelt. Ihm wurde der Titel eines „Baron de Bonrepos“ verliehen. Seine sterblichen Überreste ruhen unter einer Marmorplatte in der Kathedrale Sainte Etienne in Toulouse, dem landeinwärts liegenden Zielort des Canal du Midi.

Einige wichtige Daten zum Canal-du-Midi verdeutlichen die wissenschaftliche und planerische Leistung, aber auch die Anstrengungen der Erbauer des Kanals, die ohne modernes Baugerät, mit Hacke und Schaufel sowie einfachsten Hilfsmitteln, eine solche technische Meisterleistung vor über 300 Jahren erbrachten:

Der Canal du Midi ist 20 Meter breit und 2 Meter tief, seine Breite selbst am Grund des Kanals beträgt 11 Meter. Der Höhenunterschied, den der Canal du Midi überwinden musste, beträgt 58 m zwischen Toulouse und der Wasserschneide Seuil de Naurouze und sogar 110 m zwischen Naurouze und Sète.

Zur Bewältigung des Höhenunterschieds wurden am Canal du Midi 63 Schleusen gebaut. Damit nicht genug, musste man beim Bau des Kanals auch Schluchten, Felsbarrieren und andere Flusstäler überwinden. So waren Kanalbrücken und Kanaltunnel notwendig – 130 Brücken und insgesamt fast 350 Bauwerke insgesamt waren nötig, um den Canal di Midi zu einer schiffbaren Wasserstrasse zu machen.

Das Hauptbauwerk am Canal du Midi ist die Schleusentreppe mit den neun Schleusen von Fonseranes in der Nähe der südfranzösischen Stadt Beziers.

Die Schleusentreppe von Beziers besteht aus acht eiförmigen Becken (für den Canal du Midi entworfene Becken, die dem Wasserdruck besser standhalten). Über die Schleusen und neun Brücken wird auf nur 300 Metern Länge ein Höhenunterschied von 21,50 Metern überbrückt. Urlauber in Südfrankreich sind überwältigt vom majestätischen Anblick und der technischen Meisterleistung, die zum Bau allein dieser Schleusen am Canal du Midi erforderlich war.

Traditionelle Bauwerke wie die Wasserkutsche, die Pferdeställe und das Haus des Schleusenmeisters sind bis zum heutigen Tag erhalten geblieben. Diese technische Einmaligkeit der Konstruktion macht die Schleusen von Fonseranes zur am dritthäufigsten besuchten Sehenswürdigkeit der Region Languedoc-Roussillon.

In insgesamt 14 Jahren Bauzeit wurden etwa 7 Mio. Kubikmeter Erde in Handarbeit bewegt und ein technisches Meisterwerk von Weltruf geschaffen.
Da Schiffe zu jener Zeit noch nicht von Dieselmotoren angetrieben wurden und Segeln naturgemäss unmöglich, mussten die Lastkähne und Boote von beiden Kanalufern aus an Leinen gezogen (getreidelt) werden. Treidler oder Pferde verrichteten diese schwere Arbeit.

Um die Arbeit am Kanal erträglicher zu machen, pflanzte man etwa alle 20 Meter entlang des gesamten Canal du Midi junge Platanen. Die ehemalige Treidelpfade entlang des Canal du Midi sind heute Radwege und werden von Spaziergängern oder zum Rad fahren gern genutzt, und die über 300 Jahre alten Platanen bieten unter ihrem Blätterdach eine erfrischend Kühle in der sommerlichen Hitze des südfranzösischen Midi. Lastkähne findet man heutzutage auch nicht mehr – Hausbooturlauber, die Ferien in Südfrankreich machen, sind aber zu jeder Zeit in beiden Richtungen auf dem Canal du Midi unterwegs.

Weitere Bauwerke am Canal du Midi

Kanalbrücke Fonseranes

Die Kanalbrücke flussabwärts von Fonseranes wurde 1858 erbaut und eingeweiht. Die Brücke führt den Canal du Midi über den Fluss Orb, Schiffe fahren unter der Brücke hindurch und nicht über den Fluss. Die Kanalbrücke, als Bootsbrücke erleichter den Verkehr der Frachtkähne und sorgt für einen Ausgleich der äußerst unregelmäßigen Fließgeschwindigkeiten des Orb.

Tunnel von Malpas

Der 173 Meter lange Tunnel von Malpas wurde von mehreren hundert Arbeitern in nur sechs Tagen unter dem Hügel von Montady gegraben. Der Kanaltunnel bei Malpas ist der erste Tunnel, der als Schifffahrtskanal gebaut wurde.

Ein Jahr nach dem Tode seines Erbauers ging der Canal du Midi in Betrieb und wurde schon Ende des 17. Jahrhunderts „das Wunder von Europa“ genannt.
Im Jahr 1996 wurde der Kanal Canal du Midi von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und erfreut bis zum heutigen Tag tausende Besucher und Reisende – eine Fahrt mit dem Hausboot auf dem Canal du Midi ist ein Traumurlaub voll südfranzösischer Romantik.

Foto: VoyageMedia für Südfrankreich-Netz.de

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