St-Emilion
Saint Emilion Weinanbaugebiet Gironde Südfrankreich
Der Ruhm des knapp 3000 Einwohner zählenden Weinbauortes St-Emilion gründet vor allem auf dem hervorragenden Rotwein, den die hiesigen Winzer keltern und der weltweit einen hervorragenden Ruf genießt.
Saint-Émilion liegt im südfranzösischen Departement Gironde 35 km östlich der Stadt Bordeaux in Frankreich. Der Ort Saint Emilionselbst und der umliegende Weinbau wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Urlaub in der Perle Südfrankreichs St. Emilion
Das uralte Städtchen liegt malerisch zwischen zwei Kalkhügeln nahe dem rechten Ufer der Dordogne. Von seiner schönsten Seite zeigt sich St-Emilion morgens, wenn erste Sonnenstrahlen das mittelalterliche Zentrum in goldenes Licht tauchen. Der liebenswerte Ort lockt mit seinen gepflasterten, steilen Gassen, den gotischen Kirchen und efeuüberwucherten Stadtmauern viele Urlauber und Besucher an.
Eine schöne Stelle hatte sich hier der bretonische Wandermönch Aemilianus im 8. Jh. ausgesucht, um sich in eine Kalkhöhle zurückzukehren. Nach dem Tod des Eremiten 767 entstand rings um seine bescheidene Wohnstatt ein heute aufgelöstes Benediktinerkloster und das südwestfranzösische Dorf St-Emilion.
Mönche gruben nahe der einstigen Einsiedlerhöhle im 9.-12. Jh. die dreischiffige Église Monolithe (Besichtigung nur im Rahmen einer Führung durch das Office de Tourisme, tgl. 10 Uhr, im Sommer öfter) in den weichen Kalkfels. Der erste Eindruck des ursprünglich vollständig ausgemalten Innenraums ist recht düster, doch sowohl die aus den Wänden geschlagenen Reliefs von Heiligen als auch das von rechteckigen Pfeilern gestützte Tongewölbe wirken sehr harmonisch. Mit 38 x 20 m Grundfläche und bis zu 20 m hoher Decke ist die unterirdische Hallenkirche überdies die größte ihrer Art in Europa.
Ihr im 14. Jh. ebenfalls in den Fels geschlagenes Portal zeigt im Tympanon eine Darstellung des Jüngsten Gerichts. Ganz in der Nähe befinden sich die Catacombes (Besichtigung nur im Rahmen einer Führung durch das Office de Tourisme, tgl. 10 Uhr, im Sommer öfter), ein unterirdischer Friedhof aus dem 9.-15. Jh. An der Place des Crénaux steht auch die gotische Chapelle de la Trinité (Besichtigung nur im Rahmen einer Führung durch das Office de Tourisme, tgl. 10 Uhr, im Sommer öfter), eine reizende Kapelle aus dem 13. Jh., die über die Grotte de l'Ermitage gemauert wurde.
Gegenüber der Monolithkirche sitzt man sehr schön auf der geneigten, von Steinhäuschen umgebenen, kleinen Place du Marché. Hier genießt man im Schatten einer 1848 gepflanzten Akazie bei einem Kaffee oder Glas Wein den Blick auf die Felskirche und den darüber aufragenden, viereckigen Clocher (15. Jh.). Es lohnt sich, diesen 67 m hohen Glockenturm – nach Anmeldung im Touristenbüro – zu ersteigen, dann von oben sieht man weit über die Weinberge von Saint Emilion und das Tal der Dordogne.
Auf einer Erhebung inmitten des heutigen Ortskerns von St-Emilion wurde im 12.-15. Jh. die Église Collégiale errichtet. Die Kollegiatskirche lohnt allein schon wegen des herrlichen Kreuzgangs (14. Jh.) mit seinen umlaufenden, eleganten Zwillingssäulen einen Besuch, der über das Touristenbüro möglich ist. Ebenfalls sehenswert ist das gotische Nordportal, vor allem die Darstellung des Jüngsten Gerichts im Tympanon.
Den Hügel im Süden der Altstadt von St-Emilion beherrscht der 32 m hohe, viereckige Bergfried des ansonsten zerfallenden Château du Roi (12./13. Jh.), von dem aus man einen wunderbaren Rundblick genießt. Im Norden sieht man beispielsweise die mächtigen Grandes Murailles, von Spitzbogenfenstern durchbrochene Mauerreste eines ehemaligen Dominikanerkonvents aus dem 14. Jh., pittoresk in den Weinfeldern stehen.
In der altehwürdigen Stadt sollte man, falls man ein Ferienhaus Saint Emilion gefunden hat, unbedingt die lokale Spezialität Macarons probieren, köstliche Mandelmakronen.
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Bild: Blick auf St. Emilion (wikimedia, Fabien1309)
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